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CHARITY

 

Lebensmittelpakete schenken ist Freude schenken

 

Für viele Familien in Osteuropa ist die Armut, in der sie leben, stets aktuell. Ein Weihnachtsfest, festlich und erwartungsvoll wie wir es kennen, ist für sie auf keinen Fall selbstverständlich. Wir leisten einen kleinen Beitrag, indem wir ora international unterstützen und mit Lebensmittelpaketen eine weihnachtliche Überraschung machen. Infos gibt es unter ora international Österreich.

 

Sinnvolle Hilfe für die Ärmsten von Cebu/Philippinen

 

Im April 2011 besuchten wir Pater Heinz Kulüke zum vierten Mal vor Ort  in Cebu, um uns umzusehen, wie wir konkret helfen können und übergaben natürlich erneut eine Unterstützung. Im März 2012 werden wir ihn erneut begleiten.

 

Ein Besuch der philippinischen Inselwelt lässt einen nicht nur eine Bilderbuchlandschaft und eine Taucherparadies erleben, sondern auch bittere Armut. Diese kann man ignorieren oder seinen Beitrag zur Linderung leisten.

An dieser Stelle möchten wir einen engagierten Menschen vorstellen, von dessen Beitrag für die Ärmsten wir über Youtube erfahren haben. Es handelt sich um Pater Dr. Heinz Kulüke, 1956 in Spelle, Deutschland, geboren. Pater Kulüke hat vier Projekte ins Leben gerufen, die die Lebensbedingungen der Betroffenen zu verbessern suchen.

 

Wir kennen Pater Külüke nicht vom Hörensagen, sondern persönlich. Am Ende dieser Seite finden Sie eine Auswahl an Bildern unserer Besuche und unter folgendem Link (bitte auf die Grafik klicken) finden Sie Bildreportagen unserer Besuche bei ihm und seinen Projekten:

 

Collage

 

Pater Heinz bedankt sich für die erneute Unterstützung aus der Weihnachtskartenaktion 2011 und sendet folgendes aus Cebu/Philippinen:

 

Die nachfolgenden Zeilen versuchen einen kleinen Einblick in unsere anderen Hilfsprojekte zu vermittteln, die für mehr und mehr Menschen lebenswichtig sind.

 

Menschen auf den Strassen. Immer wieder sind es die Begegnungen mit einzelnen Menschen, die nachdenklich stimmen und zum erneuten Handeln herausfordern:

Mai 2011. Familien auf Gehwegen … Ein Kleinkind stirbt an den Folgen von Unterernährung … Ein anderes Kind hat Tuberkulose … Drei weitere Kinder helfen täglich viele Stunden beim Müllsammeln … Roberto, der Ehemann, sitzt im Gefängnis … “Nanaxi siya”, sagt Brenda die nur 23 jährige Frau und meint damit, daβ ihr Mann Leuten, die aus den Geschäftshäusern kommen, dabei geholfen hat, ein Taxi zu finden. Das ist gesetzlich verboten. Sechs Monate muβ  er dafür ins Gefängnis … Fast allabendlich steht Brenda mit den Kindern vor unserem Haus … Mal braucht sie Medizin … Häufig aber nur etwas zu essen für die Kinder und sich selbst. … Die Einkünfte aus dem Verkauf von Wertstoffen aus dem Müll reichen nicht aus … Im Juni sollen die älteren Kinder eingeschult werden … Nur eine gute Schulbildung gibt Hoffnung auf eine bessere Zukunft …

In Cebu leben auch viele alte Menschen auf der Straβe. Für sie konnten wir ein Zentrum in der Altstadt eröffnen. Wir nennen es das Haus des Samariters (Balay Samaritano). Bis zu 60 Erwachsene, die sonst auf den Gehwegen der Stadt leben, treffen sich hier täglich. Sie können sich duschen und ihre Kleidung wechseln, sie bekommen eine Mahlzeit, werden medizinisch versorgt und können an verschiedenen Schulungsprogrammen und Aktionen teilnehmen. Immer wieder gelingt es, die Familien dieser Menschen ausfindig zu machen und sie wieder mit ihren Familien zusammen zu bringen. Das Zentrum bietet zudem bis zu 40 Straβenkindern eine regelmäβige Anlaufstelle. Die Angebote und Hilfestellungen für die Kinder ähneln denen für die Erwachsenen. Nach einer Zeit der Eingewöhnung und Anpassung an einen geregelten Tagesablauf, können sie von hier in ein Heim für Straβenkinder ziehen, in dem derzeit 80 Kinder leben. Die meisten dieser Kinder gehen wieder in die Schule. Ein Rehabilitierungsprogramm hilft den Kindern, ihre häufig traumatischen Erfahrungen des Lebens auf der Straβe zu verarbeiten. Neben der Arbeit mit den Kindern in den Zentren, werden weitere 40-60 Kinder regelmäβig in ihrem Leben auf der Straβe begleitet. Die Versorgung mit Nahrung und Medizin sowie auch das Gespräch sind ein erster Schritt, um diese Kinder auf ein späteres Leben in einem unserer Heime vorzubereiten. Dies ist ein weiter Weg, der viel Geduld erfordert und immer wieder den Mut zum Neuanfang. Einen Neuanfang werden wir 2012 mit einem Projekt für „Kinder im Konflikt mit dem Gesetz“ beginnen. Dieses Projekt wird straffällig gewordenen Kindern unter 15 Jahre eine Chance der Rehabilitierung und Wiederintegrierung in ihre Familien und die Gesellschaft geben.

 

Cebus Rotlichtmilieus. Sie bilden das Zentrum eines blühenden Menschenhandels. Insbesondere junge Frauen und Mädchen, die von den umliegenden Inseln und ländlichen Gebieten für Jobs in der Stadt angeworben werden, sind hiervon betroffen. Seit über fünfzehn Jahren gehen wir fast allabendlich in die Rotlichtmilieus der Stadt, um dort die vielen jungen Mädchen und Frauen zu besuchen. So entsteht ein direkter Kontakt mit den Opfern, denen wir immer wieder ganz konkret helfen können. In der Szene bedeutet dies das Verteilen von Nahrung und Medikamenten, ein offenes Ohr und Zeit für Gespräche oder auch Hilfe bei der Flucht aus dem Milieu. Unser Drop-In Zentrum für Frauen aus dem Rotlichtmilieu, das von den Schwestern vom Guten Hirten geleitetet wird, zählt jährlich bis zu 600 Besucher. Hier finden die Mädchen einen Platz zum Ausruhen, Nahrung, medizinische Versorgung und professionelle Beratungsgespräche. In einem weiteren Zentrum werden umfangreiche Rehabilitierungsprogramme angeboten, die den Mädchen helfen, ihre traumatischen Erfahrungen der Ausbeutung in den Rotlichtmilieus aufzuarbeiten. Hinzu kommt Hilfe bei der Wiedereingliederung der rehabilitierten Mädchen in die Gesellschaft. Aufklärungsarbeit spielt ebenfalls eine ganz wichtige Rolle. Im Verlauf der letzten Jahre haben wir die Menschenhandelsrouten ausfindig machen können, so daβ wir heute mit einem Aufklärungs- und Präventionsteam in den verarmten Dörfern der Nachbarinseln unterwegs sind, um die jungen Mädchen und auch Jungen vor den Anwerbern zu warnen.

 

August 2011. Chonalyn … Das erste Mal treffe ich die heute 24 jährige Chonalyn auf dem Straβenstrich … Mit 14 ist sie vom Land in die Stadt gekommen … Es gäbe Arbeit in der Stadt, hatte der Anwerber der verarmten Kleinbauernfamilie versprochen … genug Einkommen, um dem kranken Vater und auch den anderen 7 Geschwistern zu helfen … Dann die brutalen Erfahrungen in den Bordellen und Nachtclubs … Immer wieder wird sie weiterverkauft … Mit 22 ist die mittlerweile drogensüchtige Chonalyn für die Szene zu alt … Sie versucht, auf dem Straβenstrich zu überleben … Miβbrauch und Krankheiten gehören zu ihrem Alltag … Heute arbeitet Chonalyn in unserem Zentrum für ältere Menschen und Straβenkinder … Das Rehabilitierungsprogramm und die Entziehungskur haben sie viel Kraft gekostet … Doch Chonalyn liebt ihre neue Arbeit … Anderen zu helfen, macht ihr nicht nur Spaβ, sondern hat ihr einen neuen Sinn im Leben gegeben … Das neue Leben … Es geht weiter …

 

Neben dem Problem des Menschenhandels nimmt die Infektion mit HIV/AIDS zu. Die Infektionsrate hat mittlerweile solche Ausmaβe angenommen, daβ die Gesellschaft dieses Problem nicht mehr verleugnen kann. Täglich werden wir um Hilfe gebeten. Die Kirche hat sich daher seit Januar diesen Jahres diesem Problem zugewandt. Vor allem will sie Aufklärungsprojekte in die Wege leiten. Es fehlt an Hilfe und Unterstützung für die Menschen, die sich bereits infiziert haben und für all die Menschen, die als Verwandte und Freunde unmittelbar davon betroffen sind. Ganz konkret geht es auch hier wieder um medizinische Versorgung, um Nahrung, um Unterbringung und auch um Arbeit.

 

Mülldeponien. Samstag: 23 Juli 2011. Vorabendgottesdienst in dem Dorf Umapad auf der Mülldeponie von Mandaue City. Im Evangelium spricht Jesus vom Schatz, den jemand in einem Acker entdeckt. Darauf geht er hin, verkauft alles, was er hat, um dann diesen Acker mit dem Schatz zu besitzen. … Ich frage die über 200 Kinder was denn wohl das Wertvollste, der gröβte Schatz, in ihrem Dorf ist. Ohne zu zögern antwortet ein siebenjähriges Mädchen: “Das ist der Müll.” … Der Müll als Schatz … Für die weit über 1.500 Menschen auf dieser Halde – sowie für die insgesamt über 6.000 Menschen auf den anderen Deponien – ist der Müll die einzige Lebensgrundlage … Das haben auch die Kinder schon in noch sehr jungen Jahren gelernt … Für mich sind die Kinder der gröβte Schatz auf den Mülldeponien … Ihre Zukunft ist für uns eine bleibende Herausforderung, die Arbeit nicht aufzugeben. Die Kinder sind Hoffnungsträger einer besseren Zukunft, wenn sie nur die Schule besuchen und sich so auf das Morgen vorbereiten können …

 

Bei all unseren Hilfsprojekten steht die Schulung und Ausbildung der Kinder weiterhin im Vordergrund. Über 3.000 Kinder bereiten sich in mittlerweile 45 Kindergärten auf die spätere Grund- und Mitteschule vor. Die jährliche Herausforderung ist, bis zu 1.500 Kinder dabei finanziell zu fördern, denn Schulbildung ist auf den Philippinen ein teures Gut, insbesondere für Familien mit geringem Einkommen. 50 Euro reichen schon aus, ein Kind ein Jahr lang in der Grundschule zu unterstützen; in der Mittelschule sind das für denselben Zeitraum 90 Euro. Nahezu 100 jungen Erwachsenen wird alljährlich bei der Berufsausbildung geholfen. Neu hinzugekommen zu den geförderten Kindern auf den Deponien sind in diesem Jahr Kriegswaisen in Lanao/Mindanao, Kinder verarmter Kleinfischer in Surigao/Mindanao und Kinder des Manobo Stamms auch auf der Insel Mindanao. Ein ganz besonderes Projekt dient zudem der Friedensbildung durch Schulungsprogramme in den Kriegszonen im südlichen Mindanao. Auch die Ernährungsprogramme spielen weiterhin eine wichtige Rolle. Weit über 1.500 Kinder werden regelmäβig mit zusätzlicher Nahrung versorgt, um der Unterernährung vorzubeugen. Von der medizinischen Versorgung in unseren Projektgebieten profitieren alljährlich bis zu 40.000 Menschen vor allem auch dank der Hilfe deutscher Ärzte. Die Umsiedlungsprojekte machen gute Fortschritte. Das Projekt in Mactan für 254 Familien ist fast abgeschlossen und wird über 1.500 Menschen ein neues Zuhause bieten. Das Hausbauprojekt in Talisay für etwa 400 Familien geht voran. Ein weiteres Hausbauprojekt in Compostella hat soeben begonnen. Hinzu kommen diverse Kleinprojekte als einkommensschaffende Maβnahmen. Dazu gehören zum Beispiel der Kauf von Ferkeln und Nähmaschinen für Kleinbauern und Fischerfamilien in den Vororten von Cebu. Zu den für das nächste Jahr geplanten Projekten zählt die Hilfe für eine ganz besonderen Gruppe von Straβenmenschen. Lokal nennt man sie ganz einfach “Grasmenschen”. Geistig verwirrt und total heruntergekommen laufen sie ziellos durch die Straβen der Stadt. Sie leben von den Abfällen aus Mülltonnen oder von dem, was sie erbetteln können.

 

All diese Projekte wären ohne die so groβzügige Unterstützung von Einzelspendern und Agenturen nicht möglich. Die Dankbarkeit der uns anvertrauten Menschen für diese lebensverändernde Hilfe ist groβ und in unseren täglichen Begegnungen mit ihnen spürbar.

Obwohl die Probleme kein Ende zu nehmen scheinen, ist es ganz einfach wichtig, nicht aufzugeben. Die Groβzügigkeit der Menschen in der Heimat macht Mut und gibt Kraft, den Weg mit den Armen weiterzugehen. Dafür auch persönlich mein ganz herzliches Dankeschön!

Das Weihnachtsfest bedeutet den Beginn eines neuen Kapitels der Geschichte von Mensch und Gott. Dieses Kapitel muβ weitergeschrieben werden. Es gilt, das Gute im Menschen immer wieder neu zu entdecken und zu fördern. Mit besten Wünschen für das Weihnachtsfest und das neue Jahr

 

Heinz Kulüke SVD




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